„Mit ihr wird eine gute Portion Menschlichkeit in Rente geschickt!“, bekundete Doris Müller ihr Bedauern über den baldigen Ruhestand einer geschätzten Kollegin mit Tränen in den Augen. Viele Jahre hatte die Lehrerin der Straußfurter Regelschule an der Seite von Schulleiterin Birgit Letz gearbeitet. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedet die sich nun zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand.

 

 

 

Um ihr zu danken und für die Zukunft alles Gute zu wünschen, war Landrat Harald Henning mit Schulverwaltungsamtsleiterin Steffi Radestock am 18. Juni 2019 nach Straußfurt gekommen und überraschte die sympathische Pädagogin mit Blumen und einem Präsent. Schnell war der „Schreck“ über den unangekündigten Besuch der Freude über die persönliche Verabschiedung gewichen. Die Gefühlsspirale ähnelte in etwa dem Gemütszustand von Birgit Letz in den letzten Wochen.

 

 

 

Als Lehrerin mit Leib und Seele werde sie die Arbeit mit den Kindern und ihre Kollegen vermissen, so Birgit Letz. Auch wenn es nicht immer einfach war und der Schulalltag so manche Herausforderung bereitgehalten habe, hätte sie den Spaß an der Arbeit nie verloren. Schon früh sei es ihr Wunsch gewesen, sich beruflich Kindern zu widmen. Aus Mecklenburg-Vorpommern, wo sie eigentlich herkommt, verschlug es Birgit Letz dann zum Studium nach Erfurt.

 

 

 

Sie blieb in Thüringen und unterrichtete als ausgebildete Lehrerin für Polytechnik fortan die Fächer Werken, Natur + Technik sowie Wirtschaft-Recht-Technik. Die letzten 25 Jahre war sie an Schulen im Landkreis beschäftigt – zuerst in Kindelbrück und seit 2004 als Schulleiterin der Regelschule Straußfurt. Eigentlich hätte die 63-Jährige noch zwei Jahre im Schuldienst vor sich gehabt, doch aus gesundheitlichen Gründen habe sie Anfang des Jahres entschieden, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen.

 

 

 

Als ihre Kollegen davon erfuhren, sei es erst mal ein Schock gewesen. Nicht nur, weil sie mit Birgit Letz eine allseits geachtete und beliebte Kollegin verlieren. Ein Nachfolger für die vakante Schulleiterstelle ist nicht in Sicht und so wird der bisherige Stellvertreter Wolfgang Trummer sie künftig als amtierender Schulleiter ersetzen. Zwar gebe es im kommenden Schuljahr eine Klasse weniger, doch zwei weitere Lehrer verabschieden sich in den Ruhestand und ohne Nachfolger müsse vielleicht Unterricht gekürzt werden.

 

 

 

Doch jetzt stehen erstmal die Sommerferien an. In dieser Zeit bleibt Birgit Letz der Schule noch erhalten und wird wie in den vergangenen 15 Jahren das neue Schuljahr vorbereiten. „Das will ich mir nicht nehmen lassen!“, betonte sie. Aber sie freue sich selbstverständlich auch auf den Ruhestand. Vor allem wolle sie sich mehr Zeit für die Enkel nehmen und noch so einige Reisepläne in die Tat umsetzen. „Das geht ja jetzt auch außerhalb der Ferienzeit“, erklärte Birgit Letz augenzwinkernd. Auch am Haus gebe es einiges zu tun. Außerdem wolle sie im Sömmerdaer Schwimmbad regelmäßig ihre Bahnen ziehen. Gesund zu bleiben, sei nämlich ihr größter Wunsch für die Zukunft.